Im Zeichen des Wandels – oder wie die Elektromobilität die deutsche Industrielandschaft verändert

  • Trends und Technologien für die Entwicklung elektrischer Fahrzeugantriebe im Blickpunkt des 9. E-MOTIVE Expertenforums Elektrische Fahrzeugantriebe.
  • VDMA erarbeitet Studie „Antrieb im Wandel“, die dem Maschinenbau Orientierung im Transformationsprozess geben soll.

Wandel bestimmt die derzeitige Stimmungslage in der Automobilbranche und ihrer gesamten Wertschöpfungskette. Vor diesem Hintergrund waren die zentralen Botschaften des 9. E-MOTIVE Expertenforums für Elektrische Antriebe eindeutig:
Die zunehmende Dynamik bei der Elektrifizierung von Fahrzeugen und in der Antriebstechnik führt zu einschneidenden Veränderungen in der gesamten deutschen Mobilitäts- und Fahrzeugindustrie sowie in bedeutenden Teilen des Maschinenbaus.
Zudem kommt der Forschung eine zentrale und entscheidende Rolle zu.

Über 200 Experten kamen hierzu unter dem Motto „Industrie und Forschung im Zukunftsdialog“ am 5. und 6. September in Hannover zusammen. Keynote-Redner Patrick Glusk von FEV Consulting fasste die bevorstehenden Entwicklungen zusammen: „Der Markterfolg elektrischer und elektrifizierter Antriebe ist absehbar! Die resultierende Verschiebung in der Wertschöpfung stellt eine enorme Herausforderung für die Automobilindustrie dar. Gleichzeitig ergeben sich Chancen durch die notwendige Weiterentwicklung von Verbrennungsmotoren bis hin zur Nutzung alternativer Kraftstoffe.“

Trends erkennen und Weichen stellen

Weitere Experten thematisierten in ihren Keynotes Trends und Veränderungspotenziale rund um die Zukunft des Antriebs. Dr. Axel Heinrich, Leiter der Volkswagen Konzernforschung, gab einen Einblick in die Mobilitätsvision des Konzerns und betonte die Bedeutung gemeinschaftlicher Forschung: „Forschung ist eine Kernaufgabe fu?r den Erfolg von Unternehmen und für die Weiterentwicklung der Elektromobilität. Zusammenarbeit und Vernetzung werden immer wichtiger. Das E-MOTIVE Expertenforum ist hierfür die richtige Plattform und gibt wichtige Impulse.“

Die Tragweite der Elektrifizierung beleuchtete auch Markus Garb von Fuchs Schmierstoffe: „E-Mobilität wird grundlegende Veränderungen für Automobilwirtschaft und produzierende Industrie mit sich bringen. Schmierstoffhersteller und OEMs müssen sich den neuen Herausforderungen und Fragen gemeinsam stellen: eine große Chance für uns, Schmierstoffe neu zu definieren.“

Den Beitrag der Forschung zur Weiterentwicklung der Elektromobilität verdeutlichten Prof. Dr.-Ing Axel Mertens und Prof. Dr.-Ing. Bernd Ponick von der Leibniz Universität Hannover. Sie skizzierten wesentliche Forschungstrends im Bereich der elektrischen Antriebssysteme, beispielsweise zur Anwendungstechnologie von neuen Leistungshalbleitern. Auch der Einsatz von E-Antrieben in der Luftfahrt sei ein wichtiger Treiber für die Forschung: Die Herausforderungen zur Optimierung von Gewicht, Volumen und Verlusten elektrischer Antriebssysteme für die Luftfahrt könne auch Impulse für die Fortentwicklung dieser Technologie auch in Straßenfahrzeugen geben.

„Studie „Antrieb im Wandel“ – VDMA hilft, Wandel und Zukunft aktiv zu gestalten

Der VDMA als Vertreter der Interessen des Maschinenbaus unterstützt die Industrie auf dem Weg in das elektromobile Zeitalter und setzt auf die Chancen. Denn der Maschinenbau sieht sich als zentraler Akteur des technologischen Wandels, wenn es um die Elektrifizierung des Antriebsstrangs in Fahrzeugen geht – vom Fahrrad über das Containerschiff bis zum Luftfahrzeug und natürlich auch der Automotive Industrie: „Der Maschinenbau ist Enabler. Es werden vor allem Maschinenbaulösungen sein, die die Batteriekosten reduzieren, Leichtbau ermöglichen oder die Produktionstechnologien für Leistungselektronik und Elektromotoren verbessern. Der Maschinenbau ist aber auch Anwender von hybriden und reinen batterieelektrischen Lösungen in mobilen Arbeitsmaschinen“, erläutert Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer die Rolle des Maschinenbaus.

Für den Maschinenbau, die Ausrüster der Automobilindustrie und alle an der Wertschöpfung beteiligten Unternehmen ist es existenziell, möglichst gut zu wissen, wie der Transformationsprozess abläuft, welche Antriebskonzepte sich in welchem Zeithorizont entwickeln, wo die Chancen und Risiken liegen. Mit dieser Zielsetzung hat der VDMA, unter Federführung des VDMA Forum Elektromobilität: E-MOTIVE, die Studie „Antrieb im Wandel“ in Auftrag gegeben. Sie wird von der FEV Consulting GmbH durchgeführt, die Ergebnisse sollen im Januar 2018 vorliegen.

Die Studie sieht folgende Schwerpunkte vor: Es werden Marktszenarien für zukünftige Antriebskonzepte im Bereich Pkw, Nutzfahrzeuge und mobile Maschinen in den Märkten Nordamerika, Europa und Asien bis 2030 entwickelt. Aus diesen Szenarien sollen Schlussfolgerungen für die im Antriebsstrang verwendeten Komponenten und Anforderungen an die Fertigungsprozesse abgeleitet werden. Darüber hinaus soll ein Monitoring-System aufgebaut werden, das eine kontinuierliche Aktualisierung der Studie ermöglicht. Somit kann zukünftig auf relevante Veränderungen schnell reagiert werden.

Technologieoffenheit als Basis für erfolgreichen Wandel der Mobilität

Da die Elektromobilität auf absehbare Zeit nicht in allen Bereichen eingesetzt werden kann – zum Beispiel für Flugzeuge, Schifffahrt, Schwerlasttransporte und große mobile Maschinen –, sind Alternativen nötig, um die Klimaziele von Paris zu erreichen. Deshalb nimmt der VDMA auch andere Technologien in den Blick:

„Wir schauen uns auch ergänzende Technologien zur Elektrifizierung an. Unser VDMA Competence Center Future Business erarbeitet beispielsweise Szenarien für Power-to-X-Technologien. Synthetische Kraftstoffe auf Basis regenerativer Energien werden ebenfalls relevante Optionen in den nächsten Jahren“, sagte Hartmut Rauen anlässlich des Expertenforums.

Wir sind dabei

Industrie
Afton Chemical, AHC-Oberflächentechnik, ALUWAG, APL Automobil-Prüftechnik, ATS Advanced Telematic Systems, AUDI, Aumann, AVL List, AVL Deutschland, AVL TRIMERICS, Axalta Coating Systems Austria, Battronics Engineering, Baumüller Nürnberg, BEC-Gesellschaft für Produktmanagement, Bertrandt Ingenieurbüro, Bomatec Automotive, BorgWarnerTurbo Systems, BORSI GmbH, Bosch Rexroth, BPV Consult, Breuckmann, Christian Maier, csi entwicklungstechnik, Continental Automotive, Daimler, EDAG Engineering, ElringKlinger, EM-motive, Engineering Center Steyr, ESI ITI, Evonik Resource Efficiency, ExxonMobil, Felss Holding, FES GmbH Fahrzeug-Entwicklung Sachsen, Festo, Framo Morat, Freudenberg Sealing Technologies, FUCHS LUBRITECH, FUCHS SCHMIERSTOFFE, FUCHS PETROLUB SE, Futavis, Georgsmarienhütte, German E-Cars Technology, Getrag Ford Transmissions, GINDRE DUCHAVANY, GROB-WERKE, Heidelberger Druckmaschinen, hofer eds, Hoppecke Advanced Battery Technology, IFB Institut für Bahntechnik, IAV, ITK Engineering, Jenoptik Advanced Systems, innogy SE, Jungheinrich Moosburg, KAPP Werkzeugmaschinen, Kienle + Spiess, Kramer-Werke, KRATZER Automation, Lehmann & Voss, Linde Material Handling, Mahle International, Mahr, MAN Truck & Bus, Miba Sinter Austria, Motorenfabrik Hatz, Nemak Europe, NSK DEUTSCHLAND, NSK Japan, Oerlikon Friction Systems (Germany), OSK-Kiefer, Opel Automobile, P3 Automotive, Rheinmetall Automotive, Robert Bosch Germany, Robert Bosch Espana Fabrica Treto SAU, Schaeffler Technologies, Schuler Pressen, Schwering & Hasse Elektrodraht, Shell Global Solutions Deutschland, Shell Deutschland Oil, SIEMENS, SKF, Stackpole Powertrain International, teamtechnik Maschinen und Anlagen, Total Lubrifiants S.A., Valeo Siemens eAutomotive, Viscom, ViscoTec Pumpen- und Dosiertechnik, VOLKSWAGEN, Wieland-Werke, WITTENSTEIN cyber motor, ZF Friedrichshafen

Forschung:

Fraunhofer: Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM), Institut für Integrierte Schaltungen Fraunhofer-Institut (IIS), Institut für Solare Energiesysteme (ISE)
Fachhochschule Bielefeld
Fachhochschule Südwestfalen
Hochschule Düsseldorf
Interstaatliche Hochschule für Technik Buchs (NTB)
Karlsruher Institut für Technologie KIT: Institut für Angewandte Materialien - Keramische Werkstoffe und Technologien (IAM-KWT), Institut für Produktentwicklung (IPEK), Institut Mobile Arbeitsmaschinen (MOBIMA), Institut für Produktionstechnik (wbk), Institut für Thermische Verfahrenstechnik (TVT)
Leibniz Uni Hannover: Institut für Antriebssysteme und Leistungselektronik (IAL), Institut für Maschinenkonstruktion und Tribologie (IMKT)
RWTH Aachen: Institut für Stromrichtertechnik und Elektrische Antriebe (ISEA), Lehrstuhl für Verbrennungskraftmaschinen (VKA)
TU Braunschweig: Institut für Elektrische Maschinen Antriebe und Bahnen (IMAB)
TU Darmstadt: Institut für Verbrennungskraftmaschinen (VKM)
TU Dresden: Elektrotechnisches Institut Lehrstuhl Elektrische Maschinen und Antriebe (EMA)
TU München: Forschungsstelle für Zahnräder und Getriebebau (FZG)

Fachausstellung
Innogy SE
Karlsruher Institut für Technologie KIT: Institut für Angewandte Materialien - Keramische Werkstoffe und Technologien (IAM-KWT), Institut für Produktentwicklung (IPEK), Institut Mobile Arbeitsmaschinen (MOBIMA), Institut für Produktionstechnik (wbk), Institut für Thermische Verfahrenstechnik (TVT)
Leibniz Uni Hannover: Institut für Antriebssysteme und Leistungselektronik (IAL), Institut für Maschinenkonstruktion und Tribologie (IMKT)
RWTH Aachen: Institut für Stromrichtertechnik und Elektrische Antriebe (ISEA)

 

Ministerien – Verbände – Vereine
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Referat IVA2
Forschungsvereinigung Antriebstechnik e.V. (FVA)
VDMA: Fachverband Fluidtechnik, Fachverband Electronics, Micro and Nano Technologies, Bereich Batterieproduktion

 

 

E-MOTIVE deco